Mobillotse

Betrugsmaschen per SMS, Messenger und Anruf erkennen

Stand: 29.08.2026 Material für Kurse, Beratung und Prävention Kostenlos, werbefrei, Weitergabe erlaubt

Die Namen der Absender wechseln ständig — Paketdienst, Bank, Finanzamt, Krankenkasse. Die Muster dahinter sind seit Jahren dieselben. Wer die vier Muster kennt, erkennt auch die Masche von nächster Woche, die es heute noch nicht gibt.

Stand dieser Seite: 29.08.2026. Diese Übersicht beschreibt wiederkehrende Muster, keine tagesaktuelle Warnliste. Sie ist nicht vollständig und kann es nicht sein: Es entstehen laufend neue Varianten, und bestehende ändern sich.

Für tagesaktuelle Warnungen ist das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale die richtige Adresse — dort werden eingehende Betrugsversuche fortlaufend ausgewertet und veröffentlicht. Bei Verdacht auf eine Straftat ist die Polizei zuständig.

Keine Gewähr und keine Haftung: Diese Seite ersetzt weder eine Rechts- noch eine Sicherheitsberatung. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung dieser Informationen entstehen. Maßgeblich sind immer die Angaben deiner Bank, deines Anbieters und der zuständigen Behörden.

Die vier Muster

1. Die angebliche Sendung

Eine SMS im Namen eines Paketdienstes: Adresse unvollständig, Zollgebühr offen, Sendung wartet. Dazu ein Link. Diese Form — Phishing per SMS — wird als „Smishing“ bezeichnet und gehört nach Einschätzung des BSI zu den verbreitetsten Betrugsformen überhaupt.

Warum sie funktioniert: Fast jeder wartet irgendwann auf ein Paket. Die Nachricht trifft zufällig den richtigen Moment.

Erkennungszeichen: Du hast keine Sendungsnummer erwartet, der Link führt nicht auf die bekannte Adresse des Dienstleisters, es wird nach Kartendaten gefragt. Kein Paketdienst verlangt Kreditkartendaten per SMS.

2. Die dringende Bank- oder Behördennachricht

Angeblich muss ein Sicherheitsverfahren aktualisiert, eine Identität bestätigt oder eine Erstattung freigegeben werden — im Namen einer Bank, des Finanzamts, einer Krankenkasse. Immer mit Frist.

Warum sie funktioniert: Amtliche und finanzielle Absender erzeugen Respekt. Die Frist verhindert Nachdenken.

Erkennungszeichen: Zeitdruck, unpersönliche Anrede, Aufforderung zur Eingabe von Zugangs- oder Kartendaten über einen Link. Banken und Behörden fragen so etwas nicht per Nachricht ab.

3. Der Anruf, der Panik macht

Ein Angehöriger in Not, ein angeblicher Polizist, ein Mitarbeiter des technischen Supports. Neu daran ist die Qualität: Stimmen lassen sich inzwischen aus wenigen Sekunden Tonmaterial nachbilden, das etwa in sozialen Netzwerken öffentlich verfügbar ist. Eine vertraut klingende Stimme am Telefon ist dadurch kein Beweis mehr.

Erkennungszeichen: Es geht sofort um Geld, Wertsachen oder Zugangsdaten, und du sollst niemanden hinzuziehen.

Die Gegenmaßnahme: Auflegen und selbst zurückrufen — unter der Nummer, die du kennst, nicht unter der, die im Display stand oder genannt wurde. Angezeigte Rufnummern lassen sich fälschen.

4. Die neue Nummer im Messenger

„Hallo Mama, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer." Kurz darauf folgt die Bitte, schnell eine Rechnung zu überweisen.

Erkennungszeichen: Unbekannte Nummer, familiƤre Anrede ohne Namen, Wechsel zu einer Geldforderung innerhalb weniger Nachrichten, kein Telefonat gewünscht.

Die Gegenmaßnahme: Unter der alten Nummer anrufen. Diese eine Handlung beendet die Masche zuverlässig.

Was heute kein Erkennungszeichen mehr ist

Der wichtigste Punkt für alle, die es noch so gelernt haben: Rechtschreibfehler und plumpe Aufmachung taugen nicht mehr als Warnsignal. Gefälschte Nachrichten und Webseiten sind inzwischen professionell gemacht; das BSI empfiehlt deshalb, auf Absender, Internetadresse und den Zusammenhang zu achten statt auf die Sprache.

Ebenfalls kein Beweis: eine bekannte Absendernummer, ein vertrautes Logo, eine korrekt geschriebene Anrede mit deinem Namen.

Die eine Regel, die alle vier Muster abdeckt: Keine Links aus Nachrichten anklicken, die zu einer Anmeldung oder Dateneingabe auffordern. Stattdessen die App oder die Adresse selbst öffnen. Und bei Anrufen: auflegen, selbst zurückrufen.

Wenn es schon passiert ist

  1. Betroffenes Passwort sofort ändern — und überall dort, wo dasselbe Passwort noch genutzt wird.
  2. Bank informieren und Kontobewegungen prüfen. Karten sperren lassen, wenn Kartendaten eingegeben wurden.
  3. Anzeige bei der Polizei erstatten, besonders bei Geldschaden oder Verdacht auf Identitätsdiebstahl.
  4. Nachricht melden, damit andere gewarnt werden — beim Mail- oder Mobilfunkanbieter und beim Phishing-Radar der Verbraucherzentrale.

Wurde über einen Link eine App installiert, gehört das Gerät geprüft: Android im abgesicherten Modus starten hilft dabei, eine störende App zu identifizieren. Im Zweifel und bei Verdacht auf Schadsoftware ist das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen der sichere Weg — vorher sichern.

Warum hier keine Screenshots stehen

Beispielbilder veralten schneller als Text und verleiten dazu, nach dem Aussehen zu urteilen statt nach dem Muster. Genau das ist die Schwachstelle, die professionell gemachte Fälschungen ausnutzen. Deshalb beschreibt diese Seite Muster und Handlungsregeln.

Nutzung in Kursen, Beratung und Prävention

Diese Seite darf kostenlos ausgedruckt, kopiert und weitergegeben werden. Eine Quellenangabe freut uns, ist aber keine Bedingung. Keine Werbung, keine Cookies, keine Anmeldung.

Wenn Ihnen eine Masche begegnet, die hier fehlt, schreiben Sie uns — Kontakt im Impressum. Wie wir arbeiten, steht in den Redaktionsrichtlinien.

Weiteres Material